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Mindfuck

Drei bis zur Dreißig.

„Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen.“

Ich erinnere mich noch genau daran, dass ich in meiner frühpubertären Phase genau diese Stelle in meinem Alltime-Favorit Buch „der kleine Prinz“ las und dachte: “ Genau. So. Werde. Ich. Nie.“ Ich wollte nie nur auf Zahlen beharren. Wollte mich nicht den Umständen, die ein bestimmtes Alter eben hergibt, unterwerfen. Ich war fest entschlossen, dass ich auf alles andere bei Menschen mehr achten werde als auf das Alter, die Größe und andere unbedeutende Zahlen.
Aber wie das so ist mit manchen Vorhaben der Jugend – manches entwickelt sich eben anders. Zahlen wurden bedeutend, das Alter spielte plötzlich eine Rolle. Was habe ich mich vor meinem 18. Geburtstag nur gestresst, dass ich dann voll verantwortlich für mich bin. Naja. So verantwortlich, dass ich immer noch bei jedem Versicherungsabschluss, jeder größeren Kaufentscheidung immer erstmal Mutti anrufe und frage, ob ich mich auch richtig entscheide…
Apropos Volljährigkeit. Damals dachte ich auch, dass ich jetzt erwachsen wäre. Genau dasselbe dachte ich zwei Jahre später. Zwanzig, hey, das hörte sich doch schon nochmal eine Nummer größer an. Dass ich da gerade mein erstes Studium abgebrochen hatte und mich in einer Mühle zwischen Ablösung vom Elternhaus und Ankommen in der Halbwegs-Selbständigkeit befand und kein großes Stückchen weiter war als vorher, habe ich natürlich gekonnt verdrängt.
Und plötzlich kam ein Zeitpunkt, da wendete sich das Blatt. Um mich herum wurde über das Leben vor und nach der Dreißig gesprochen. Über Zukunftsplanungen und Freiheiten. Über das Erwachsenwerden und Erwachsensein. Über das Nachdenken und Verdrängen. 

Mich selbst schließe ich da gar nicht aus. Ich hatte irgendwann scheinbar einen völlig bescheuerten Plan getroffen, den ich meinte mit Überschreiten dieses Alters auch irgendwie angehen zu müssen und zu wollen. 
Aber wie das mit Plänen so ist: machste dir welche, fällt im Hintergrund das Schicksal lachend vom Stuhl. Und so kam es vor ein paar Monaten dann auch, sodass ich diese Kackzahl einfach noch mehr gehasst habe als eh schon. Ich habe sie richtig verteufelt. Überlegt, wie ich davor irgendwie noch entkommen kann.
Während um mich herum immer mehr Freundinnen schwanger wurden, gefühlt tausend Hochzeiten geplant wurden und scheinbar jeder nochmal vor dieser Zahl kurz was los werden musste, überlegte ich, was ich dagegen machen könnte.
Und ich kam zu einem Entschluss. Ich kann nix tun. Et es wie et es. 
Etwa drei Monate habe ich noch, dann werde ich einfach ein Jahr älter sein. Und die Zwanziger sind dann vorbei. So einfach ist das. Oder eben nicht ganz so einfach. Irgendwas muss geschehen – das habe ich mir zumindest überlegt. Etwas, an das ich mich als kleines schrumpeliges Omchen in meinem Schaukelstuhl in fünfzig Jahren noch zurück erinnere und sagen kann: war datt ne geile Zeit geil als ich dreißig wurde!

Und deswegen will ich in den nächsten drei Monaten noch was reißen. Etwas, das mir auch später noch in Erinnerung bleiben wird. Und zwar besser in Erinnerung als einfach nur die 30 überschritten zu haben. Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken gemacht, was ich in den nächsten drei Monaten noch schaffen kann und, was mir etwas bedeuten wird. Eben auch noch 50 Jahre später.

Ach, und weil ich ja einen mega Listenfetisch habe (Asche über mein Haupt, dass meine 50 Dinge, die das Leben verbessern-Liste gerade brach liegt…nein, pausiert!), gibbet natüüüürlich eine Liste!


Things to do before get 30 

1. Urlaub mit Muttern

2. Eine Tierpatenschaft abschließen 

3. Silvester im Schnee verbringen – am besten in Schweden

4. Spontan für ein Wochenende ins Ausland fliegen, fahren, was auch immer

5. Sparen – auf eine größere Reise ( – die ich mit 30 dann machen kann)

6. Handwerkern – irgendwas, was angebracht/gebohrt/geschraubt werden muss, selber machen

7. Ein paar Wochen auf Zucker verzichten

8. Aufräumen – alles, was ich bis jetzt zu kacke fand, um es aufzuräumen wird entrümpelt und sortiert

9. Irgendwas an mir ändern. Haarfarbe? Tattoo? Frise?

10. Entweder ne fette Party schmeißen oder alleine abhauen und verkriechen – eine Entscheidung treffen!

Ich halte euch auf dem Laufenden. Zwischendurch und, wenn ich den Zenit überschritten habe;)

Wie haltet ihr das mit dem Alter? Ignorieren oder feiern? 

By Vanessa, November 12, 2015
  • 4
4 Comments
  • Fee ist mein Name
    November 12, 2015

    Ich bin, was das angeht, irgendwie schmerzbefreit. Ich hänge mich nicht an Zahlen auf, habe aber auch keine großen Feierambitionen. Joa, man wird älter, ist halt so. Das wird man auch an jedem anderen Tag… Ich warte noch auf den Tag, an dem sich das ändert. Bisher blieb er aus. Aber Silvester im Schnee klingt klasse, so oder so. Und wegfahren sowieso :)! Und ich bin sicher, du bist mit 30 noch genauso liebenswert wie mit 29!

  • Zauberhaft Wohnen
    November 13, 2015

    Als jemand, der bereits die 40 überschritten hat kann ich dir sagen, es ändert sich: nichts. Naja gut, außer vielleicht, dass ich mittlerweile einen Moment nachdenke und rechne, wenn mich jmd nach dem Alter fragt. Es wird nämlich unwichtig und man kommt da nicht mehr so hinterher, gg….
    Die Liste finde ich klasse, wobei ich das nicht an dem Geburtstag festmachen würde. Das sind alles Dinge, die man einfach mal machen sollte. 🙂
    Ich habe damals eine richtig fette Party geschmissen. Da ich im Januar Geburtstag habe, quetschten wir uns fröhlich mit 50 Leuten auf 50 qm – passt!
    Ich bin immer der Meinung: Feste soll man feiern wie sie fallen – also lass es einfach krachen, wenn dir danach ist. Und wenn nicht, hau irgendwohin ab wo es schön ist. Und lass dich nicht stressen von einer kleinen Zahl.

    So und in ein paar Jahren, wenn bei mir die 50 ansteht, kannste mich an meine schlauen Ratschläge erinnern, hihi

  • Larissa//No Robots Magazine
    November 13, 2015

    Ich fand es gar nicht schlimm, dreißig zu werden. Eigentlich bin ich sogar ganz gerne dreißig, denn der zwanzig war ich schon irgendwie entwachsen. Ich hab dann aber auch gleich zehn Tage nach meinem Geburtstag geheiratet und drei Monate später ein Kind bekommen. Willkommen Erwachsenenleben. 😉
    Aber mal im Ernst: Vor ein paar Jahren hab ich mal so einen dummen Artikel gelesen, in dem die Autoren sich über eine Frau lustig gemacht hat, die mit dreißig noch Mützen im Winter trägt und Bus fährt. Es gibt zwar Einiges, für das ich mich mittlerweile zu alt fühle … aber oft genug denke ich: "Bin ich dafür jetzt zu alt? Ach, wurscht, gefällt mir immer noch." Und so sollte es sein, finde ich. 🙂

  • Frauke G.
    November 15, 2015

    Du, ich dachte lange Zeit: was haben die nur alle Angst vor der 30. Bis es dann bei mir auch so war weit war. Durch all die vorher tot geredeten Ängste, kam sie auch bei mir. Als wenn ein Tag das ganze Leben verändern würde. Aber als wir klein waren, war die 30 bei unseren Eltern eine anderswertige Lebenszahl. Damals war man schon "weiter" und "erwachsener". Zumindest fühlte es sich für mich als Kind so an. Und schwups, war ich selbst 30. Ich wollte nicht groß feiern und bin deshalb mit einer Freundin zu einer Radtour aufgebrochen. Das war genau richtig und daran erinnere ich mich sehr gern zurück.
    Tolle Liste, aber das mit dem auf Zucker verzichten klingt in meinen Ohren eher fies 😉
    Liebe Grüße und eine schöne restliche Zeit mit der 29!
    Frauke

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ÜBER VANESSA
Vanessa, nordisches Mädchen, beheimatet am Niederrhein. Jung genug, um an Einhörner zu glauben, alt genug, um dem Leben unerschrocken gegenüber zu stehen.
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  • Mich selber aus Versehen mit Schnee bewerfen? Kann ich 😁 #happyvanessaday
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  • Du verrücktes Leben ❤ Da stehe ich nun, nicht in meinem Zimmer aber in einem, in dem ich gerade viel Zeit verbringe. In einer Wg, in einer völlig anderen Stadt als Krefeld. Hätte mir das jemand vor einem halben Jahr erzählt, hätte ich gesagt, dass sicherlich alles passiert aber nicht das. Zum Glück habe ich manchmal auch voll Unrecht😊 #happyvanessaday
  • Good Morning ihr Herzchen ❤  Ich glaube, dass ich noch nie so lange angeschlagen war wie aktuell. Fast vier Wochen raubt mir dieser Husten schon Nächte oder längere Gespräche...deswegen gibt es immernoch Unmengen von Ingwertee, heißer Zitrone und anderen Heißgetränken - so langsam wird es aber auch besser🙏 Habt ihr noch Ideen, wie ich für den Rest des Jahres dann von den Bazillen verschont bleiben kann? #healthyliving #acupoftea
  • Spencer, guck mal süß! Ah, ok...danke 😁 #spencerthecat #redcatsareawesome #britishshorthair #bkhcats #garfieldlookalike #catcontent #instacats #crazycatlady
  • Selbstfürsorge ist so ein großes Wort und ändert sich ja auch in Abhängigkeit der eigenen Lebenssituation. Momentan besteht die bei mir am meisten aus Bett hüten, Tee trinken und Hustenbonbons lutschen. Wenn ich aber nicht gerade diese blöden Bazillen mit mir rumtrage, versuche ich im Alltag auch auf mich Acht zu geben, mein Verhalten zu reflektieren, mich auch zu hinterfragen und nicht alles für selbstverständlich zu halten❤Johanna/ @pinkepanki hat letzte Woche angefangen, sich 1000 Fragen an sich selbst zu stellen, ein bisschen Selbstfindung/ und -Fürsorge im ihren Alltag einzubinden und zu schauen, wer sie neben ihrer Rolle als Mutter noch ist. Ich finde das so großartig und spannend, dass ich gerne mitmache. Auf dem Blog findet ihr daher jetzt die ersten 40 Fragen der ganzen 1000 und meine Antworten dazu! Und ich gebe zu, dass ich Johanna bisher bei Insta noch nicht gefolgt bin 🙈 #clearyourmind #selflove #1000fragenandichselbst

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